Praxiskooperationen
Zu den wichtigsten Zielen der Forschungsstelle gehören die Umsetzung
der Wissenschaftskooperation mit führenden Unternehmen und anderen
Forschungseinrichtungen, aber auch der Aufbau von neuen Kontakten und
Kooperationen. Durch die Kooperationen ist ein ständiger Austausch von
Lehre und Wissenschaft mit der Praxis gewährleistet. In den vergangenen
Jahren konnten hier bereits Kooperationen mit führenden Unternehmen und
Einrichtungen eingegangen werden, die in den kommenden Jahren noch
ausgebaut werden sollen.
So wurden beispielsweise durch die SAP AG – einem weltweit führenden
Entwickler für Unternehmenssoftware – grundlegende Schulungen für
Studentinnen und Studenten am Softwarepaket ERP (früher R/3)
durchgeführt. Durch eine Kooperation mit den Beruflichen Schulen des
Werra-Meißner-Kreises in Witzenhausen besteht für Studenten der FH die
Möglichkeit den europäischen Computerführerschein ECDL abzulegen.
Darüber hinaus werden auch Schulungen an einer Standard-CAD-Software
angeboten. Durch diese Schulungen und Zertifikate im EDV-Bereich sind
Absolventinnen und Absolventen der DIPLOMA - FH Nordhessen bereits im
Umgang mit moderner Unternehmenssoftware geschult, wodurch sie sich ein
wichtiges Alleinstellungsmerkmal gegenüber Absolventen von anderen
Hochschulen erarbeitet haben.
Auch die Formulierung von wissenschaftlichen Themen für Diplom-,
Bachelor- und Masterarbeiten gehört seit der Anfangsphase zu den
Hauptzielen der Forschungsstelle. In enger Abstimmung mit den
Partnerunternehmen erstellt die Forschungsstelle Themenvorschläge aus
den Bereichen Engineering, (Wirtschafts-) Informatik, Mechatronik,
Projektmanagement, Qualitätsmanagement, Produktionswirtschaft und
Logistik. Damit unterstreicht man die Praxisorientiertheit der
angebotenen Studiengänge Wirtschaftsinformatik,
Wirtschaftsingenieurwesen, Mechatronik, Elektrotechnik, BWL und
Wirtschaftsrecht.
Mit der Daimler AG (Mercedes-Benz), der Volkswagen AG und der Karl
Bruckner AG (Präzisionswerkzeuge) konnten Wissenschaftskooperationen
eingegangen werden, bei denen, neben der Bearbeitung von Diplomthemen
für die Unternehmen und der Durchführung von Praktika, auch Muster zur
praxisnahen Anschauung von Innovationen in der Mechatronik zur Verfügung
gestellt wurden.
Nina Bruckner verfasste beispielsweise eine Diplomarbeit über die
Einführung eines Qualitätssystems nach DIN EN ISO 9001:2000 für die Karl
Bruckner AG. Für die Volkswagen AG entwickelte Torben Lerch ein
Kalkulationsmodell zur Angebotserstellung und Jörg Fischer ein
Beschwerdemanagementsystem im Rahmen ihres Qualitätsmanagementsystems.
In enger Zusammenarbeit mit der Volkswagen AG organisierte Prof. Dr.
Uhlich, der Leiter der Forschungsstelle, einen 6-Achsen-Industrieroboter
zur praxisnahen Unterstützung der Lehre in den neuen
Mechatronik-Studiengängen. Die sechs Achsen stehen bei Robotern
allerdings nicht für die Anzahl von Antriebsrädern sondern für die
Anzahl der Richtungen, in denen sich der Roboter bewegen kann.
Im Januar 2008 wurde der Roboter angeliefert und bezog sein neues
Zuhause in einem extra dafür hergerichteten Raum, dem jetzigen
„Roboterraum“ der Forschungsstelle im neuen FH-Gebäude der Diploma in
Bad Sooden-Allendorf. Hier wurde er durch die Forschungsstelle in
Betrieb genommen und steht seitdem für die Forschung im Bereich der
Robotik, die in Kooperation mit dem VW-Werk Baunatal erfolgt, zur
Verfügung.

Der Industrieroboter in seinem neuen Zuhause im Roboterraum der FH.
In den neuen Wirtschaftsingenieurwesen- und Mechatronik-Studiengängen
soll der Roboter unter anderem zu Versuchen und Demonstrationen in den
Bereichen Kinematik, Sensoren, Aktoren, Steuerungstechnik,
Regelungstechnik, Programmierung, Prozesssimulation, BUS-Vernetzung im
Unternehmen, Roboterwerkzeuge, Inbetriebnahme komplexer Systeme,
Fehlersuche und Sicherheitsaspekte eingesetzt werden.
Durch eine Kooperation der Forschungsstelle für Wirtschaftsinformatik
und Mechatronik mit der Firma Festo Didactic GmbH & Co.KG kann die
Fachhochschule einen mobilen WLAN-Roboter – Robotino - sowie das
Know-How der Firma Festo Didactic, in der Form von Unterstützung,
kostenlos nutzen. Im Gegenzug sollen mehrere Veranstaltungen zu dem
Thema Mobile Robotik unter Leitung der Forschungsstelle durchgeführt
werden. Dazu werden Mitarbeiter von Unternehmen und anderen Hochschulen
eingeladen.

Am Lehrroboter Robotino können Studenten lernen, wie man einen
mobilen Roboter programmiert.
Prof. Dr. Uhlich, der Leiter der Forschungsstelle, konnte mit den
Beruflichen Schulen des Werra-Meißner-Kreises in Witzenhausen einen
Kooperationsvertrag abschließen, von dem beide Seiten profitieren.
Berufsschüler können im Rahmen von Praktika Erfahrungen im Umgang mit
den Robotern der Forschungsstelle sammeln, während die Fachhochschule in
der Anfangsphase des Mechatronik-Studiums das KFZ-Labor der Beruflichen
Schulen nutzen kann. Für die beiden Schwerpunkte des
Bachelor-Studiengang Mechatronik - Robotik und Automotive Systeme -
müssen bestimmte Versuche am PKW durchgeführt werden, für die an der
Berufsschule das nötige Equipment vorhanden ist. So können zu den
Studieninhalten Grundlagen der Kommunikation im Kraftfahrzeug, Sensoren
und Aktoren im Kraftfahrzeug, Besonderheiten der fahrzeugspezifischen
Kommunikation, Bus-Systeme im Kraftfahrzeug, Standardisierte CAN- und
LIN-Systeme, Fehlerdiagnose mit Hilfe von Testern und Wirkung von
Störquellen auf Bus-Systeme Experimente praxisnah durchgeführt werden.
Gemeinsam mit anderen regionalen Bildungsträgern des
Werra-Meißner-Kreises wird die Fachhochschule, vertreten durch die
Forschungsstelle, in eine Entwicklungspartnerschaft eintreten, um
lebensbegleitendes Lernen und Weiterbildung im Zusammenhang mit dem
Projekt Hessencampus zu fördern.
Darüber hinaus wurden bereits gemeinsam mit dem Arbeitskreis
SchuleWirtschaft Werra-Meißner Präsentationsveranstaltungen
durchgeführt. In den Arbeitskreisen SchuleWirtschaft engagieren sich
Pädagogen und Unternehmensvertreter ehrenamtlich mit dem Ziel, eine
engere Verbindung zwischen Schule und Wirtschaft herzustellen.
Durch regelmäßige Bewerbungstrainings mit Referenten von MLP-Kassel und
spezielle Bewerbungstrainings für den englischsprachigen Raum werden
Studentinnen und Studenten auf die Bewerbungssituation für
Praktikumsstellen und für den späteren Arbeitsplatz vorbereitet.
Auch die regelmäßigen Exkursionen der Studenten zu den
Partnerunternehmen werden von der Forschungsstelle Wirtschaftsinformatik
und Mechatronik organisiert. In den vergangenen Jahren fanden regelmäßig
Exkursionen zur Unterstützung der Vorlesungen Produktionswirtschaft,
Wirtschaftsinformatik und Qualitätsmanagement zu folgenden
Kooperationspartnern statt: Opel-Werk in Eisenach, VW-Werk in Baunatal,
Mercedes-Achsenwerk in Kassel, Kanzlei Eisenbeis & Reinhardt in Erfurt,
Kraus-Maffei Wegmann in Kassel, Rege Motorenteile in Witzenhausen, B.
Braun in Melsungen und Libri in Bad Hersfeld. Für den neuen Studiengang
Engineering in Mechatronik werden die bestehenden Kooperationen genutzt
und verstärkt ausgebaut.
Neben den bereits genannten Unternehmen arbeitet die Forschungsstelle
mit den folgenden Unternehmen und Institutionen zusammen: Krauss-Maffei
Wegmann GmbH & Co. KG, Libri GmbH, Adam Opel GmbH, B. Braun Melsungen
AG, Wirtschaftsförderungsgesellschaft Werra-Meißner-Kreis mbH, REGE
Motorenteile GmbH, Reuter Messtechnik GmbH und dem Direktor des
Instituts für Produktionstechnik und Logistik, Prof. Dr.-Ing. F. Tikal,
an der Universität Kassel
Grundsätzlich ist die Forschungsstelle sehr daran interessiert ihre
wissenschaftlichen Kooperationen deutschlandweit mit Unternehmen und
Institutionen, speziell in der Region Nordhessen, weiter auszubauen. Von
solchen Partnerschaften profitieren nicht nur die Studenten durch eine
praxisorientierte Ausbildung, sondern auch die Partnerunternehmen durch
den Transfer von aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen.
Ein weiteres Ziel der Forschungsstelle ist die Suche und Bereitstellung
von Praktikumsplätzen für die Präsenzstudenten insbesondere im neuen
Studiengang Mechatronik. Dadurch, dass in der Mechatronik Fachwissen aus
den Bereichen Mechanik, Elektronik und Informatik kombiniert wird,
bietet sie eine attraktive Alternative zum klassischen
Maschinenbau-Studium, was die Kooperation und Angebote von
Praktikumsplätzen auch für kleine und mittelständische Unternehmen der
Umgebung interessant macht.

